Die Unternehmenskultur und die Anrede unter Kolleginnen und Kollegen

Bei der korrekten Anrede von Kolleginnen und Kollegen spielt die Unternehmenskultur eine wichtige Rolle. Es gibt keine bestimmte Regel, die festlegt, ob sich die Mitarbeitenden untereinander duzen oder siezen. Stattdessen kommt es fast immer auf den Kontext an.

Eine stark ausgeprägte Unternehmenshierarchie spricht meistens dafür, dass sich die Mitarbeitenden untereinander siezen. Flache Hierarchien sind hingegen ein Indikator, der dafürsprechen könnte, dass sich die Kollegen duzen.

Wenn es eine definierte Hierarchie gibt, können Unterschiede zwischen einzelnen Mitarbeitenden bestehen. Während diejenigen, die sich ein Großraumbüro teilen, dazu neigen, sich zu duzen, erwarten viele Vorgesetzte auf höheren Hierarchieebenen eine formale Anrede ihrer Person. Außerdem ist bei der Anrede der Kolleginnen und Kollegen die Branche zu beachten. In handwerklichen Berufen herrscht in der Regel ein eher lockerer Umgangston. Anders verhält es sich vermutlich bei einem Bürojob in einer Anwaltskanzlei.

Am besten ist es immer, erstmal zu siezen, solange man sich unsicher ist. Wenn Ihnen dann das Du angeboten wird, können Sie Ihre Wortwahl entsprechend anpassen. Es ist hilfreich, sich aufzuschreiben, wen man duzen darf und wen nicht. Das gilt hauptsächlich dann, wenn es im Unternehmen keinen kollektiven Konsens über dieses Thema gibt, sondern jeder die Entscheidung selbst trifft, ob er oder sie geduzt werden möchte. Am besten machen Sie sich eine Notiz in Ihrem Handy, um nicht durcheinander zu kommen. Alternativ kann auch ein Zettel im privaten Standcontainer oder in der Schublade Ihres Schreibtisches verstaut werden, wenn niemand anderes darauf zugreifen kann.

Die Anrede von Kollegen in Emails

Es ist eine gängige Höflichkeitsformel, dass eine geschäftliche E-Mail immer mit einer Anrede beginnt. Das Problem bei E-Mails ist, dass sie nicht zwangsläufig an eine einzelne Person gerichtet sind, sondern in einigen Fällen auch ganze Gruppen adressiert werden müssen. Die Anrede von Kollegen in E-Mails lässt Schlüsse auf die Beziehungsgeflechte im Unternehmen zu. Wenn sie unpassend gewählt ist, kann sie ein Auslöser für Streitereien sein. Unangemessene Anreden von Kollegen wirken respektlos und unhöflich.

In einem lockeren Zusammenhang sind die Ansprachen „Hallo zusammen“, „Hallo liebe Kollegen“ und „Liebe Kolleginnen und Kollegen“ vollkommen in Ordnung. Gerade wenn es sich um den alltäglichen Austausch von E-Mails unter Kollegen handelt, die man ohnehin duzt, ist es nicht nötig, sich besonders formal auszudrücken.

Anders ist das bei Kollegen, mit denen Sie sonst nicht so viel zu tun haben oder die Ihnen sogar hierarchisch übergeordnet sind. In diesem Fall müssen Sie die Anrede Ihrer Kollegen in einer Mail anders formulieren. Sie können zum Beispiel die Anrede „Sehr geehrte Frau [Nachname]“ beziehungsweise „Sehr geehrter Herr [Nachname]“ nutzen. Bei mehreren Personen haben Sie die Wahl, die Namen entweder nebeneinander zu schreiben oder die Anrede der zweiten Person eine Zeile tiefer zu setzen. Grundsätzlich werden die Frauen zuerst genannt, doch es gibt Ausnahmen, wenn einer der Adressaten dem anderen hierarchisch übergeordnet ist.

Wenn Sie mehrere Kollegen ansprechen wollen, deren Namen Ihnen nicht bekannt sind, ist die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ geläufig. Diese bezieht jedoch nur Menschen mit männlichem und weiblichem Geschlecht ein. Alternativen, die geschlechtsunabhängig sind, wären „Sehr geehrtes Kollegium“ oder „Sehr geehrte Führungskräfte/Beschäftigte“. Mit einer solchen Anrede Ihrer Kollegen können Sie in der Regel nichts falsch machen.

Die Anrede von Kollegen in E-Mails: die formalen Vorgaben

Nicht nur die Anrede von Kollegen ist in E-Mails ist wichtig, sondern auch die Art, wie das Layout des Schreibens aufgesetzt ist. Die Norm DIN 5008 legt fest, dass zwischen dem Betreff und der Anrede einer Geschäftsmail zwei Leerzeichen liegen müssen. Zwischen Anrede und Anschreiben reicht hingegen ein Leerzeichen.

Nach der Anrede steht immer ein Komma und der Anfang des Anschreibens wird, solange es sich nicht um ein Substantiv handelt, kleingeschrieben. Wenn der Adressat einen akademischen Titel hat, muss dieser bei der Anrede dieses Kollegen berücksichtigt werden. Bei mehr als einem Titel wird nur der ranghöchste in der Mail aufgenommen, die anderen fallen weg.

Grundsätzlich ist es wichtig, die Anrede der Kolleginnen und Kollegen höflich und respektvoll zu gestalten. Die genaue Wortwahl ist sehr davon abhängig, in welcher Beziehung Sie zum Adressaten stehen. Wenn Sie auf eine Mail antworten, können Sie die Anrede, die Ihr Gesprächspartner genutzt hat, häufig einfach übernehmen beziehungsweise geringfügig anpassen. Achten Sie jedoch auf die Hierarchien.

Solange Sie sich an diese Regeln halten, können Sie sicher sein, niemanden in Ihrem Arbeitsumfeld zu empören.

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